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30 Minuten beim Zoll
Geschrieben von: Ben Blutzukker   
Donnerstag, den 13. August 2009 um 15:15 Uhr

Vorletzte Woche musste ich zum Zoll. Ich habe eine Sendung mit 10 CDs aus Amerika bekommen, aber der Absender hat vertrödelt eine Rechnung beizulegen. Also bin ich mit dem Wisch vom Zoll, einer nachträglich per Email erhaltenen Rechnung und einem Paypal Auszug bewaffnet morgens früh zum Zoll gefahren. Meine Mission: „mal eben“ das Päckchen abholen. Das ich noch 19% Umsatzsteuer nachzahlen muss war mir bekannt…

 

Beim Zoll nahmen zwei junge Herren die erwähnten Unterlagen komplett entgegen und haben diese an eine Frau am Schreibtisch weiter. Was sich denn im Paket befindet, wollten sie wissen. 10-mal dieselbe CD, sagte ich ihnen.

 

Ich musste warten.

Beide Herren gingen dann mit mir zum Lager, in dem sie nach dem Paket suchten. Dafür hatte der Zoll eine vierstellige Nummer vergeben. Nachdem sie es gefunden haben legten sie den Karton auf den Tisch und gaben mir ein Paketmesser dazu, mit der Bitte, das Paket nun zu öffnen. Ich schnitt das Klebeband auf und öffnete den Deckel. So kamen die CDs zum Vorschein. Ich ließ die beiden ins Paket schauen und nahm eine CD zur Ansicht heraus. Sie wurde unkommentiert begutachtet.

Nun kam die erwähnte Dame mit einem sehr patzigen Ton zu uns ins Lager. Ich sei ja gar nicht der Empfänger des Pakets, ließ sie verlauten und legte irgendeinen Wisch vom Zoll auf den Tisch. Oben stand die identische vierstellige Nummer drauf, aber Name und Anschrift waren grundverschieden. Ich sei doch gar nicht der Herr So-und-so, sagte sie, was ich auch bejahte. Ich blickte auf das Paket, um den Adressaufkleber zu erspähen. Dort standen wiederum eindeutig MEIN Name und MEINE Anschrift. Ich wies sie auf diesen Umstand hin. Sie schaute ein paar Mal hin und her, verglich erneut die Nummern, welche nach wie vor identisch waren, und verlies daraufhin wortlos das Lager. Offenbar haben die Damen und Herren beim Zoll da was durcheinander geworfen und diese interne Nummer doppelt vergeben. Entschuldigt hat sich für diesen Vorfall natürlich niemand.

Nun durfte ich samt Paket wieder ins Großraumbüro zurück und musste warten.

Die unfreundliche Dame starrte auf Ihren Bildschirm und stelle noch ein paar belanglose Fragen.

Ich musste warten.

Irgendwann stand ein weiterer Herr bereit und wollte die Umsatzsteuer kassieren. Er war nun also schon die vierte Person, die sich mit meinem Anliegen beschäftigen durfte. Er legte mir einen Stapel Papiere auf den Tresen und ich bezahlte die Summe. Daraufhin ging er wieder zu seinem Platz zurück.

Ich verharrte einen Moment.

Ob es das jetzt für mich war, fragte ich in den Raum hinein. Man schaute auf und meinte „Ja, alles okay…“. Ziemlich unnötig, die hätten mir auch von alleine sagen können, dass die nun mit Ihrem Kram durch sind.

EUR 7,49 und 30 Minuten meines Lebens hat mich das nun gekostet. Und da soll noch mal einer Behaupten Beamten würden langsam arbeiten…


[Ben Blutzukker]



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